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Wie viel Arbeit ist gesund?

Es geht um Arbeitszeit und unsere Gesundheit und die leidliche Frage: Wie viel Arbeit pro Woche ist denn nun gesund?

Man könnte sagen, jeden Monat kommt mindestens eine neue Studie heraus, die beweisen will, wie viele Stunden man pro Woche arbeiten soll, um gesund und glücklich sein zu können. Viele unterscheiden sich so sehr, dass man am Ende gar nicht mehr weiß, ob Arbeit nun überhaupt glücklich machen kann oder nicht.

Das grundlegende Problem in dieser Debatte ist eigentlich das, worauf sie basiert. Der deutsche Arbeitsmarkt ist hart. Laut dem Arbeitszeitreport der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin arbeiten Vollzeit-Angestellte aktuell durchschnittlich 43,5 Wochenstunden. 

Überforderung macht sich breit

Fast jeder achte Arbeitnehmer fühlt sich somit überfordert und leidet unter zu viel Leistungsdruck. Das wirkt sich natürlich auf die Work-Life-Balance aus. Laut der Studie sinkt die Zufriedenheit mit der Work-Life-Balance mit der Länge der Arbeitszeit. Gleichzeitig steigen Beschwerden wie Rücken- oder Kopfschmerzen. Und das bereits ab zwei Überstunden.

Ein Abwärtsstrudel

Allerdings berichtet eine Studie der Universität Melbourne, die mehrere Länder untersucht hat, dass aus Ländern mit längeren Arbeitszeiten weniger Beschwerden über die Vereinbarkeit von Beruf und Familie kämen, als aus Ländern mit kurzen Arbeitszeiten.

Der Grund: Gerade in Ländern, in denen die Arbeitszeiten gesenkt wurden, möchten Arbeitnehmer noch weniger arbeiten, um ihre Work-Life-Balance noch besser gestalten zu können. Ein regelrechter Abwärtsstrudel, der sicherlich gerade von Seiten der Politik schwer zu bewältigen ist. Was ist also die Lösung?

Weniger Arbeit ab 40

Eine andere Studie der Universität Melbourne liefert eine Lösung, die ein Stück weit das bisherige Weltbild über Arbeit zerstört: Wer über 40 Jahre alt ist, sollte nicht mehr als 30 Stunden die Woche arbeiten. Warum? Alles andere schade dem Gehirn. Diese Erkenntnis steht der Aussage gegenüber, dass Arbeit bis ins Alter fit halte. Der Grund für diese Erkenntnisse sei ein Test mit mehreren Probanden um ihre kognitiven Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Dieser habe gezeigt, dass gerade Menschen schlechter abschnitten, die noch mit 40 Jahren in Vollzeit arbeiteten. 25 bis 30 Stunden Arbeit wirkten sich hingegen positiv auf das Gehirn aus. Zwar kann die Studie nicht beantworten, warum genau das so ist, sie zeigt aber, dass es tatsächlich Unterschiede zwischen älteren und jüngeren Mitarbeitern gibt.

Lösungsweg 4-Tage-Woche

Google und Amazon bieten ihren Mitarbeitern bereits die Vier-Tage-Woche an. Auch in Deutschland gibt es Unternehmen, die dieses Modell übernehmen. Konzepte gibt es genug, und einige Unternehmen beweisen, dass dieses Modell möglich ist. Ob es allerdings auf Dauer gesünder ist, fünf Tage Arbeit auf vier oder drei zu stauchen, werden wahrscheinlich erst Studien in den Folgejahren zeigen.

Insgesamt sollten Sie aber auf Ihren Körper hören. Natürlich können Sie sich nicht aussuchen, wie viel Sie arbeiten müssen. Dennoch gibt es bis heute keine ultimative Studie, die beweist, wie viel Arbeit für jeden Menschen richtig ist. Soweit Sie können, sollten Sie besonders in den arbeitsfreien Phasen versuchen abzuschalten, um Ihr Stresslevel auch unter der Woche möglichst gering zu halten. 

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